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Muss heute einfach dahinschreiben, dahinjammern, es muss was raus, was ich meiner Familie nicht zumuten möchte....

Eintrag von merlina40 im Blog merlina40's blog. Ansichten: 431

Ich bin heute so fahrig, unruhig und völlig unrund....

Die letzten Monate waren wie in Trance, oder Watte gepackt, oder eine schützende Blase um meine Seele.
Und ich habe das Gefühl die Blase ist geplatzt, und fühl mich ungeschützt, nackt, und so verletzlich.
Als läge ich am Boden und der nächste Schlag katapultiert mich aus diesem Leben.

Ich sollte zu meiner Mutter ins Altersheim gehen. Sie kam gestern vom Krankenhaus wieder ins Altersheim. Leider durch eine Hirnblutung völlig Wesensverändert. Weinerlich, liegend, wie ein Kind. Vor vier Monaten starb meine 23jährige Tochter durch die Hand ihrer besten Freundin, und ich pack das alles vielleicht bald nicht mehr.
Keine Sorge jetzt um mich, ich habe viel Familile um mich, könnte sofort aufstehen, wüßte zu wem ich fahren könnte, wüßte wo ich Hilfe bekomme, habe psychiatrische Betreuung usw. usw. usw. Ich werd mir nichts antun, und ich werde auch nicht aufgeben.
Aber ich möchte es gern mal "schreiben": weil ichs auch oft so fühle. Ich pack das alles nicht mehr.
Ich glaube, ich fahre heute nicht zu meiner Mutter. Es gibt eh noch 8 andere Kinder. Ich schaff das gerade nicht.
Ich kann sie da nicht so liegen sehen. Dabei möchte ich mich dazu legen und in ihr Hemd rotzeln, und sagen "mama, weißt du was passiert ist? darf ichs dir erzählen?"
Wir haben ihr das von meiner Tochter nicht erzählt. Man sagte mir, demente Menschen können sowas nicht mehr begreifen. Sie vergessen sofort wieder was schreckliches passiert ist, aber behalten das Gefühl das etwas schreckliches passiert ist. Und das wäre ganz schlimm für sie. Also taten wir es auch nicht.
Dennnoch möchte man als Tochter sofort zu seiner Mama laufen, und sich von ihr trösten lassen.

Ich weiß ich bin stark, manchmal zu stark für mein Empfinden. Ich hätte mich 6 Monate ins Bett legen sollen. Stattdessen hab ich mir wieder diese Stärke rausgeholt, weiß Gott woher ich die habe. Bin nach 2 Monaten nach diesem Drama in die Arbeit gelaufen, hab auf der Weihnachtsfeier herumgetanzt und dachte, irgendwie wirds schon gehen.........aber an Tagen wie heute, geht nichts. Gar nichts. Gott sei dank hab ich frei.
Wenn ich "frei" habe, ist es als hätte ich endlich "frei" um zu trauern. Und alles platzt raus......
Gott sei dank, fahre ich im April auf Reha, 6 Wochen. Mein einziger Lichtblick zur Zeit.
6 Wochen weg aus diesem Hamsterrad. 6 Wochen weg aus dem grauenhaftem Leben.
Eigentlich war ich meist ein positiver Mensch. Lebte gedanklich viel in der Zukunft. Wenn alle groß sind, wenn alle in einer Beziehung sind, Häusle bauen, ich Oma werde, wenn ich in Pension bin, Zeit habe um zu Reisen, das Geld für mich selbst nutzen kann, weil die Kids alles auf die Reihe bekommen....gedanklich war immer alles positive in der Zukunft.
Mit dem Tod meiner Tochter, habe ich irgendwie meine Zukunft begraben. Sie war meine Zukunft.
Es war so schön eine Tochter zu haben. Immer wieder denke ich an den Moment, als ich begriff das es ein Mädchen war. Da mein erster Sohn mit einem Herzfehler geborren wurde, traute ich mir keine Sekunde zu wünschen mir diesmal ein Mädchen zu wünschen. Hauptsache gesund !!!!! Und ja, sie war beides. Gesund und das wunderschönste Mädchen auf der ganzen Welt, mit unbeändiger Lebensfreude.

Ihr Verlust wird mich so derartig verändern, das ich Angst vor mir selber bekomme. Ich bin schreckhaft, habe kein Vertrauen mehr in Menschen, fühle keine Zukünftigen Hoffnungen mehr, und lebe einen Tag nach dem anderen. Es geht nur mehr darum "den Tag zu überstehen" bis zum nächsten freien Tag, an dem ich alles rauslassen möchte. Wütend um mich schlagen, die Wohnungsmöbel beim Fenster rauszuschmeißen, mit einem vorschlaghammer das Auto zu zertrümmern, eine Waffe kaufen und die Täter ermorden.
Gestern las ich die Lebensgeschichte von Annemaria Bachmaier. In den 70gern hat sie den Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschossen. Ich habs damals schon verstanden, und jetzt erst recht. Ich hab gelesen das sie später mit 46 an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben ist. Was für ein Scheiß Leben.
Ihre ersten beiden Kinder hat sie weggegeben. Sie fühlte sich nicht in der Lage für sie zu sorgen. Darum wurde sie auch sehr bekritelt, das sie ohnehin keine perfekte Mutter war.
Aber für das dritte Kind hat sie sich zusammengerissen. Sie wollte es schaffen. Diesmal wollte sie eine gute Mutter sein.............und dann muss sie so ein Drama erleben. Ich verstehe sie so gut........und es tut mir ohne Ende leid, das sie nicht älter als 46 werden durfte.
Ich merke auch sehr viele körperliche Veränderungen. Mein Blutdruck ist trotz Tabletten ständig zu hoch. Ich verbeisse meinen Kiefer oft, und drücke den Unterkiefer nach oben. Man sieht diesen Gesichtsausdruck oft bei alten Menschen, die es wohl auch nie leicht hatten. Ich bemühe mich täglich mich irgendwie zu entspannen, den Druck und die Verbissenheit aus mir rauszubekommen, und meistens gelingt es mir auch, mich und meine momentane Stimmung "loszulassen".
Wut, Trauer und Verzweiflung wechseln an Tagen wie heute stündlich. Draußen scheint die Sonne, und an solchen Tagen sind wir meist sofort aus dem Haus. Machen wir uns einen schönen Tag hab ich Donnerstags oft zu ihr gesagt. Sie fehlt mir so unendlich.
Ich hab einen wunderschönen Song von Glashaus gefunden. Gebt mir mein Leben zurück. Welch wunderschöner Song und welch wunderschönes Mädchen mit so viel Liebe in der Stimme und in ihrem Wesen.

Die Telefonanrufe und Mails mit Anwalt und Co, regen mich auch so auf. Das man nichts erfährt, und das Monate vergehen bis irgendwas gemacht wird. Ich bin heute so ungeduldig, so fahrig, so genervt. 4 Monate und ich habe noch nichtmal einen toxilogischen Befund von meiner Tochter. Das ist doch alles ein Wahnsinn, was da abläuft.
Früher habe ich hin und wieder solche Dinge im Internet gelesen, oder bei SternTV berichte gesehen, so am Rande wahrgenommen, aber WAS DAS BEDEUTET begreift man nur, wenn man mitten drin steckt.

Überhaupt tuts mir so weh, das man so vieles sowieso nur begreift, wenn man es selbst erlebt hat. Ich dachte immer ich wäre ein mitfühlender, empathischer Mensch. Dabei war ich bloß "Zuhörer". Begriffen habe ich nie irgendwas. Da rotzelt man ein paar vermeintlich verständnisvolle Worte hin, aber begreifen tut man gar nichts. Nichts. All der spirituelle Schwachsinn ist Nonsens. Nicht falsch verstehen !!! Natürlich ist das alles wichtig, und gut.....allein schon darum um ein Fundament zu haben, damit man solche Schicksalsschläge überhaupt lebend überstehen kann.........aber das tatsächliche Aufwachen...ist nicht schön.

Ja ich bin aufgewacht, auf eine ganz schreckliche brutale Weise. Aufwachen ist nicht schön. Jeder der mir kommt und sagt "ja ich bin erleuchtet, und alles fühlt sich so schön an", der ist niemals wirklich aufgewacht. Aufwachen ist wie sterben. Als würde man dir jede Gehrinzelle einzeln rausreißen. All den Schwachsinn mit dem man die ganze Zeit sein Hirn zugeschissen hat. Aufwachen ist grausam.
Menschen sind grausam. Das Leben ist grausam. Auf eine ganz perfide schreckliche Art und Weise.
Irgendwo hab ich mal gelesen. Die Seele wacht ohnehin nur im "schrecklichsten Leben" auf. Oder vielleicht anders rum. Die Seele begreift sich erst duch das Schrecklichste. Was auch immer.

Ich muss meinen Kopf frei kriegen, und das geht nur mit dahingeschreibsel.....Zu begreifen, was man alles nie begriffen hat, tut ohne Ende weh. Ein nicht gelebtes Leben breitet sich in dir aus. Ein nicht begriffenes Leben. Ein kratzen an der Oberfläche. Ein strampeln wie ein Baby, und plötzlich stellt man dich auf die Füße. Und jeder Schritt schmerzt. Ja, es ist Geburt und Tod gleichzeitig.
Meine Träume sind auch so furchtbar. Ich möchte gar nicht wissen was in meinem Unterbewusstsein alles läuft, sich umprogramiert und zusammenbraut.
Da steh ich nun, das erste mal tatsächlich real in diesem Leben mit einer Wahrhaftigkeit die nur weh tut. Und ich fühl mich fast schuldig, das meine Tochter sterben musste um mir etwas begreiflich zu machen????
Wenn das der Plan ist, dann ist es ein Scheiß Plan, der mit keinerlei Grausamkeit zu überbieten ist. Gott ist ein Arschloch, und lässt uns für sich arbeiten damit er endlich begreift, das jemand mit Allmacht, kein Arschloch sein darf.

Nein....es ist sonnig draußen...ich fahr auf ihre Wiese........ich glaube...das tut mir besser, als all den Wirr warr niederzuschreiben..........

So long.....schönen Tag.
Leopold o7 und Glitzerfee gefällt das.
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